Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde St. Nikolai Löbau
Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde St. Nikolai Löbau

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Online-Ausgabe der Kirchgemeindenachrichten - Februar / Maerz 2017

 

Jahreslosung 2017

 

Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.
 

Hesekiel 36, 26

 

Monatsspruch Februar 2017

 

Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus!   Lukas 10, 5

 

Monatsspruch Maerz 2017

 

Begegnet alten Menschen mit Achtung und Respekt, und ehrt mich, den Herrn, euren Gott!  3. Mose 19, 32 Hfa

Vom Großwerden

 

Gerda, unsere Tochter, malt. Voller Inbrunst. Genauer genommen malt sie aus – und zwar einen Hund, komplett in grün. Von den Begrenzungslinien lässt sie sich kaum beeindrucken. Mit Nachdruck verleiht sie dem Bild Farbe und ihre Handschrift. Ich schaue zu ihr hinüber. Irgendwas drängt mich, ihr eine andere Farbe in die Hand zu geben. Hunde sind nicht grün, hier, nimm doch mal braun. Gerda aber lässt sich nicht beirren, grün ist ihre Wahl und dabei bleibt es.

 

Ich ärgere mich über mich selbst. So fängt es an. Und demnächst zeige ich ihr, wie man einen Baum „richtig“ malt und dann werde ich ihr noch erklären, dass die Arme an einen Menschen nicht so, da unten, sondern so, hier oben an der Schulter drangehören – Ordnung muss sein. Noch malt sie gerne, aber wahrscheinlich hat sie beizeiten so viele Korrekturen und Anweisungen erhalten, dass sie keinen Stift mehr zur Hand nimmt und später, wenn sie groß ist, nur noch entschuldigend erklärt, sie könne eben nicht malen. Viele Erwachsene behaupten das ja von sich.

 

Vielleicht ist das mit dem Glauben bei vielen auch so.

Kinder, denen man von Gott erzählt und denen man Glauben und Gebet nahebringt, haben oft eine kraftvolle Art zu glauben. Sie reden selbstverständlich mit Gott und gebrauchen dafür klare, unverstellte Worte.

Viele Erwachsene aber finden kaum noch Worte – nicht, um von ihrem Glauben zu reden, auch nicht, um mit Gott zu reden. Sie sagen: „Nein, glauben kann ich nicht.“

 

Was ist da in der Zwischenzeit passiert?

Vielleicht hat man ihnen auch zu oft erklärt, wie sie richtig glauben müssen. Wie Gott zu denken ist und wie sie’s mit der Kirche halten sollen. So lange, bis von ihrer eigenen „Handschrift“, ihrem eigenen Glauben nichts mehr richtig und kaum noch was übrig war. So lange, bis sie festgestellt haben, dass das, was ihnen an Glauben noch übrig geblieben ist, so fad und unbedeutend ist, dass sie damit nichts mehr anzufangen wissen.

 

Ich frage mich: Ob man irgendwann zu alt ist, um noch einmal selbst die Stifte in die Hand zu nehmen und ein Bild zu malen, so wie man es selbst für richtig hält?

Und ob man irgendwann zu alt ist, um das, was man über den Glauben gelernt hat, beiseite zu legen und sich aufmacht, Gott selbst zu suchen?

Ich hoffe es nicht!

 

Es grüßt Sie herzlich

Ihre Elisabeth Süßmitt

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