Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde St. Nikolai Löbau
Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde St. Nikolai Löbau

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Online-Ausgabe der Kirchgemeindenachrichten - Dezember 2016 / Januar 2017

 

Jahreslosung 2016

 

Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.
 

Jesaja 66, 13

 

Jahreslosung 2017

 

Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.
 

Hesekiel 36, 26

 

Monatsspruch Dezember 2016

 

Meine Seele wartet auf den Herrn mehr als die Wächter auf den Morgen

 

Psalm 130,6

 

Monatsspruch Januar 2017

 

Auf dein Wort will ich die Netze auswerfen.

  

Lukas 5, 5

Der hat die Ruhe weg – oder ist die Ruhe weg?

 

Die Einen sagen:  So ein schönes Bild von der Weihnachtsgeschichte.

Andere dagegen vielleicht: Damit kann ich gar nichts anfangen, so altmodisch, wie das ist.

 

Ich denke, diese unterschiedliche Haltung gibt es überhaupt gegenüber der Weihnachtsbotschaft. Für manche ist sie eine Tür zu Gott. Andere sehen darin maximal eine Art hübsches Märchen. Dabei ist doch Jesus geboren, um allen Menschen, so unterschiedlich sie sind, zu begegnen, oder? Bei der Auswahl dieses Bildes geht es mir gar nicht so sehr um gefallen oder nicht. Ich staune, je länger ich diesen Gemäldeabdruck ansehe, wie der Künstler mit diesem Bild predigt, wie er die Botschaft Gottes mit Pinsel und Farbe verkündigt. Da sind die Engel, wie sie „Ehre sei Gott in der Höhe singen“ - na klar, das gehört zur Weihnachtsgeschichte. Und da ist die Maria. Sie ist die größte Person auf diesem Bild, und mit ihrer Wachheit und den gefalteten Händen scheint sie das Eigentliche zu tun: Sie betet Jesus an. Ohne Zweifel ist das das Zentrum der Weihnachtsbotschaft: Dahin zu finden, Jesus als meinen Herrn anzubeten. Das kann uns und will uns die so dargestellte Maria lehren. Bin ich und bist Du auf dem Weg, Jesus anzubeten – an der Stelle, wo wir gerade in unserem Leben stehen? Das ist kein Auftrag, sondern eine Einladung: Wer Jesus anbetet, findet kein niedliches Kind, sondern Gott.

 

Aber fast noch mehr spricht mich auf diesem Bild der Josef an. Kleiner als die Maria und überhaupt nicht wach. Vielleicht will der Künstler den Josef auf diese Weise unwichtig machen, als nicht beachtenswert. Vielleicht aber auch nicht, vielleicht sogar das Gegenteil. Josef hockt vor Jesus und hat die Ruhe weg. In die Hand gestützter Kopf – schlummert er oder denkt er nach? Für mich ein Zeichen für Gelassenheit, Ruhe, Besinnung, Kräftesammeln. Ist das nicht eine Botschaft, die wir gerade zu Weihnachten wieder lernen müssen? Es ist ein Fest der Hektik, der Rastlosigkeit, der Entkräftung und des Konsums geworden – oft auch für mich. Und jetzt sehe ich den Josef. Der rennt in keinen Laden und stellt auch keine Frömmigkeit zur Schau. Er ruht einfach vor Jesus. Seinen Stock mit dem Gepäck hat er bei Jesus abgelegt. Ist das nicht ein einladendes Bild: Den Sinn von Weihnachten – geliebt zu sein, Lebenslasten vor Gott abzulegen und IHM vertrauen zu dürfen – diesen Sinn können wir uns nicht erarbeiten, der wird uns geschenkt.

 

Habt Ihr danach auch Sehnsucht wie ich? Lasst uns diesen Advent solche Haltungen wie der Josef suchen, vor Jesus die Ruhe weg zu haben – etwa bei einer Adventsmusik, bei einer Tasse Tee im Kerzenschein, ohne Fernseher, beim Vorlesen einer Adventsgeschichte, beim Gottesdienst...

 

Deshalb Advent – Besinnung auf die Ankunft Gottes in meinem Leben – diese Erfahrung wünsche ich Ihnen / Euch / mir selbst.

Wir sehen uns – vielleicht!?

 

Ihr / Euer Pfarrer Daniel Mögel

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