Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde St. Nikolai Löbau
Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde St. Nikolai Löbau

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Online-Ausgabe der Kirchgemeindenachrichten - Dez 2018 / Jan 2019

 

Jahreslosung 2018

 

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.

 

Offenbarung 21, 6

Jahreslosung 2019

 

Suche Frieden und jage ihm nach!

 

Psalm 34,15

   

 

 

 

Monatsspruch Dezember 2018

 

Da sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut.  Matthäus 2,10

 

 

Monatsspruch Januar 2019

 

Gott spricht: Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde. Genesis 9,13

 

Schlaf in himmlischer Ruh

 

Und das Bild soll in unserer Kirche sein? Tatsächlich. Es fällt gar nicht auf.

Vorn im Altarraum, ganz oben links, beginnt die Geburt Jesu als eins von 4 Rundfenstern die Jesusgeschichte in Bildern zu erzählen. Vor 133 Jahren wurden diese bunten Kirchenfenster - vom Historienmaler Dietrich aus Dresden  entworfen - beim großen Umbau der Kirche unter Baumeister Möckel eingebaut. Jesus mit Maria und Josef, alle drei mit Heiligenschein, die ihren Glanz vom goldenen Weihnachtsstern haben. Drunter in dem Kirchenfenster ist der Evangelist Matthäus dargestellt, der diese Weihnachtsgeschichte mit dem Stern aufgeschrieben hat.

Über dem Monat Dezember steht als Monatsspruch ein Vers aus "seinem" Evangelium: "Als sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut." (Mt 2,10). Diese Freude bezieht sich auf die 3 Weisen, die mit Hilfe des Sterns Jesus finden. Im Kirchenfenster ist nur die Heilige Familie dargestellt mit dem Stern - und einer Besonderheit: Jesus schläft. Oft wird Jesus mit sehr wachen Augen dargestellt. Hier schläft er. Mein erster Gedanke:  Oh ja, wir leben in einer Zeit, wo Jesus scheinbar schläft. Nicht wach und lebendig seinen Frieden und seine Liebe in unser Miteinander trägt. Nein, Jesus schläft. Von ihm ist im Alltag nicht viel zu erleben. Oder kommt etwa beim Nachrichtenschauen jemand auf die Idee, dass Jesu Versöhnungsbotschaft irgendeine Relevanz hätte? Manchmal ja, aber sehr selten. Jesus schläft, seine Botschaft der Liebe scheint eingeschlafen zu sein. Oder?

Zufrieden macht mich das nicht. Und ich spüre, das ist nicht die Tiefe dieser Bildbotschaft. Ja, Jesus schläft. Aber Josef? - schaut ihn mit offenen Augen und kraftvoll zusammengefalteten Händen anbetend an. Das ist es! Manchmal sehe ich unserem kleinen Sohn beim Schlafen zu. Unbeschreibliche Freude erlebe ich dabei und das Gefühl von Frieden, Nähe, Gelassenheit, Liebe. Das ist Leben. Wenn Jesus hier schlafend dargestellt wird, dann sollen wir wie Josef darin Frieden und Liebe sehen. Nicht mit rhetorischen Überzeugungsreden, nicht mit Macht und Gewalt bringt Jesus sein Liebe in unsere Welt - sondern als kleines, schutzbedürftiges, schlafendes Kind.

Wer Jesus sieht, soll von seiner Liebe und seinem Friedenswillen im Herzen angesprochen und verwandelt werden. Auch wenn "alle Jahre wieder"  Weihnachten gefeiert wird, ist das für mich keine alte Leier. Ich sehne mich danach, dass meine Augen und mein Herz Frieden sehen; in so einem Weihnachtsbild genauso wie in meiner Arbeit, in meinen Mitmenschen, in meiner Familie, in den Flüchtlingen, in den Nöten unserer Welt, in der geschundenen Umwelt,…

Die Brücke zu diesem Frieden sehe ich in den gefalteten Händen. Geht es Dir und Ihnen auch so?

 

Im Namen der Mitarbeiter und des Kirchenvorstandes wünsche ich eine friedensehende und -erlebende Advents- und Weihnachtszeit.

 

Ihr und Euer Pfarrer Daniel Mögel

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