Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde St. Nikolai Löbau
Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde St. Nikolai Löbau

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Online-Ausgabe der Kirchgemeindenachrichten - Apr / Mai 2019

 

Jahreslosung 2019

 

Suche Frieden und jage ihm nach!

 

Psalm 34,15

Monatsspruch April 2019

 

Jesus Christus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.   Matthäus 28,20

Monatsspruch Mai 2019

 

Es ist keiner wie du, und ist kein Gott außer dir.    2. Samuel 7,22

„Ich bin bei euch alle Tage: Fürchtet euch nicht!“

Das war eines meiner Lieblingslieder in der Jungen Gemeinde. Im Herbst 1989 gab es kein anderes Lied, das wir so oft gesungen haben – um dann wieder zum Friedensgebet in die Innenstadt zu gehen. Wir waren 18 Jahre alt, hatten gerade Abitur gemacht. Mittendrin – das trauten wir uns nicht. Wir drückten uns ans Pfarrhaus am Leipziger Nikolaikirchhof - damit wir noch weglaufen konnten. Das mussten wir – Gott sei Dank! – dann nicht. Aber was die Zusage Jesu „Ich bin bei euch!“ bedeuten kann, das weiß ich seitdem.

Die Jünger Jesu hören diese Zusage, als sie um Jesus trauern und der eigene Lebenssinn verloren ist. Die Worte sind Hilfe zum Weiter-Leben. – Aber sie hören zeitgleich eben auch etwas anderes von Jesus, nämlich Imperative: Geht, lehrt, tauft! Wir hören in unseren Kirchen diese Worte Jesu heute ebenso: bei jeder  Taufe. Deshalb gibt es Kirche. Dafür ist Kirche da. Befehl zum Taufen und Herausforderung, vom eigenen Glauben zu erzählen: damals in Galiläa, heute hier in unseren Gottesdiensten, auf der Arbeit, im Verein oder auf den Wanderwegen der Oberlausitz. Erzählen vom Glauben. Und die Heraus-Forderung zum Leben! Die klare Aussage ist: Gemütliche Taufe gibt es nicht. Auszeit vom Glauben gibt es auch nicht. Das will jetzt nicht ein Hochleistungschristentum verkündigen. Aber es will unsere Sinne offenhalten dafür, dass Glauben Verantwortung heißt. Und dass wir mit der Taufe eine Verpflichtung eingegangen sind.

Geht, lehrt, tauft. Und ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Die Sendung ist mit der Verheißung verbunden. Oder umgekehrt: die Verheißung ist mit der Sendung verbunden. Als Pfarrerin weiß ich, dass Gottes Verheißung nicht daran gebunden ist, dass wir auch wirklich losgehen und lehren und taufen oder zur Taufe einladen – und zwar nicht nur die kirchlichen Mitarbeitenden im Verkündigungsdienst, sondern alle Christen.

Gottes Gnade ist frei und unabhängig von unserem Tun. Aber es gilt sicher auch, dass seine Verheißung bei unserem Tun erfahrbar wird:

Dort, wo wir losgehen.

Dort, wo wir uns auf andere Menschen einlassen.

Dort, wo wir über Gottes Wort nachdenken.

Dort, wo wir uns zu unserem Glauben bekennen  – genau dort ist uns Gott ganz nahe.

Und wir erinnern uns an den Satz: Wo zwei oder drei in meinem Namen beieinander sind, da bin ich mitten unter ihnen (Mt 18,20). Diesen Satz verwenden wir ja sonst oft als Trostsatz: wenn die Kirche nicht sonderlich voll ist.

Aber man kann ihn eben auch anders verstehen: als Hoffnungssatz. Jesus ist dabei, wenn Menschen sich begegnen. Und er ist dabei, wenn jede einzelne und wenn jeder einzelne von uns losgeht.

 

In der Verbundenheit unseres Glaubens grüße ich Sie herzlich!

Ihre Antje Pech

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